Ministranten

In unserer Pfarre Thalgau sind zurzeit ca. 70 Mädchen und Buben als Ministranten aktiv.

Von ihrer ursprünglichen Bedeutung her vertreten Ministranten die mitfeiernden Gottesdienstbesucher am Tisch des Herrn. Sie helfen dem Priester während des Gottesdienstes und bringen die Gaben stellvertretend für die ganze Pfarrgemeinde zum Altar. Bei Hochfesten sind sie auch als Faces (Lichtträger) in die Messe eingebunden und symbolisieren so, dass Gott Licht für uns sein will. Durch die brennenden Kerzen weisen sie aber auch darauf hin, dass wir Menschen zu Lichtträgern werden sollen.

In den regelmäßigen Gruppenstunden lernen sie, was sie für ihren Altardienst brauchen, sie beschäftigen sich aber auch mit religiösen Themen, lernen die Pfarre genauer kennen, .... Natürlich sind das Spielen und die Gemeinschaft untereinander auch wichtig. Zur Förderung dieser Gemeinschaft gibt es jedes Jahr ein Ministranten- und Jungscharlager, wo man eine Woche gemeinsam verbringt.

Wir bemühen uns den Kindern neben Glaubensinhalten auch Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein als wichtige Werte zu vermitteln.


Höhepunkte im Jahr:

Sternsingen:

Am 4. und 5. Jänner ziehen die Ministranten als Sternsinger von Haus zu Haus. Für einen gelungenen Auftritt wird vorher emsig geprobt und vorbereitet. Immer wieder überraschen sie die Leute mit ihrem musikalischen Talent und erfreuen sie mit dem festlichen Duft von Weihrauch. Mit dabei haben sie noch Instrumente und natürlich die gute Laune, die keinesfalls fehlen darf.

Auch bei schlechten Wetter wagen sich die Sternsinger nach draußen und besonders an diesen Tagen tut eine Mittagspause zum Trocknen und Essen gut.

Nach diesen zwei anstrengenden Tagen wird jährlich ein gemeinsames Pizzaessen organisiert, das einen feierlichen Abschluss bildet.


Fahrt ins Aquapulco:

Damit die Ministranten sich in den Semesterferien nicht langweilen, wird ein Ausflug in die Therme Bad Schallerbach angeboten, wo sie jede Menge Spaß und Gemeinschaft erleben dürfen.


Wenn die Glocken nach Rom fliegen: 

„Hammal in´d He, oans, zwoa“, so wird traditionell das „Kleppern gehen“ in unserer Pfarrgemeinde Thalgau von den Ministranten eingeleitet und mit „ drei, vier“ beendet. Für den Ausruf ist meist der «Oberklepperer» verantwortlich, welcher die Gruppe leitet und auch führt.

Die Kleppern ersetzen die nach Rom geflogenen Glocken vom Gründonnerstag-Abend bis zum Gloria der Osternacht und erfüllen somit den gleichen Zweck wie die Ratschen. Der eigentliche Grund, warum die Glocken schweigen, ist dass die dreitägige Grabesruhe Jesu nicht gestört werden soll.

Aber die Klepper ist in ihrem Aufbau und in ihrer Funktion komplett anders strukturiert als die Ratsche.

Hämmerchen schlagen im Takt auf ein montiertes Holzbrett, das durch zwei Griffe gehalten und so bewegt wird, dass die Hämmerchen einmal auf die obere Kante und das andere Mal auf die untere Kante fallen.

Dadurch entsteht ein sehr lautes Geräusch, das die Leute an die Andachtszeiten erinnern lässt.

Gekleppert wird in den Liturgiefeiern, vor sowie nach den Messzeiten und an den Kartagen jeweils um sechs, elf und zwölf Uhr. Die Fleißigen, die schon um sechs Uhr auf den Beinen sind, erwartet nach der Klepperrunde ein Frühstücksbrötchen zur Stärkung.

Damit auch die Ministranten ihre Hämmerchen nicht im falschen Takt zur Holzfläche bewegen, sorgen mehrere Proben für die richtige Einschulung und einen gelungenen Auftritt.

Dank unseres Klepperbauers Georg Wieser können entstandene Schäden wieder behoben und auch wieder neue Kleppern produziert werden.

Der Ursprung der Klepper geht in die Renaissancezeit zurück, wo sie als Warnsignal diente. Experten gehen davon aus, dass sie schon seit dem 18 Jh. in der Fastnacht und bei christlichen Prozessionen angewendet worden sei.

Meistens geht das „Kleppern gehen“ für die Ministranten viel zu schnell vorbei und bringt immer wieder viel Abwechslung mit sich, sodass die Ferienzeit nie langweilig werden kann. Doch auch der Zusammenhalt der Ministrantengemeinschaft wird auch bei diesem Unternehmen aufs Neue gestärkt.

Christine Pallauf

                                                                   

Ansprechperson: Dechant Josef Zauner