Stadt_Pilgern 2016

 
 

Pilgerwanderung der Pfarre Thalgau 2016:

durch die Stadt Salzburg unter dem Motto: Mensch-Sein erleben, Mensch-Sein verstehen

 

Wie immer begann es auch am Samstag, den 18.6. um 7.15 Uhr mit dem Segen durch Dechant Josef Zauner in der Pfarrhofkapelle. Und wie immer beendete unsere Pilgerwanderung ein abschließender Wortgottesdienst mit Diakon Hans Mayrhofer am erreichten Ziel, mit anschließender, obligatorischer Einkehr in die naheliegende Gaststätte. Was wir aber unterwegs erleben und teilen, sind immer neue Begegnungen und Erfahrungen. Das lässt uns lernen und wachsen, und es verbindet.

Immerhin: 28 Personen, darunter erfreulicherweise auch 6 Asylwerber, machten sich gemeinsam auf den Weg. Von Thalgau ging es zunächst mit dem Bus nach Salzburg in die Pfarre St. Elisabeth, die sog. „Bahnhofsgemeinde“. Ein Ort mit passender Bezeichnung für Leute wie uns, die kommen, um weiterzuziehen. Aber nicht sofort…ca. 1,5 Stunden hatten wir Zeit, uns in der Bibelwelt – unter der sehr fachkundigen Anleitung des Direktors,  Dr. Eduard Baumann - mit den Wurzeln des christlichen Glaubens zu beschäftigen.  Und wir merkten: schon vor 2000 Jahren und bis heute waren und sind Menschen – von Jesu Geist getrieben – unterwegs, um den „mitgehenden“ Gott zu verkünden.

Einer von ihnen ist der Heilige Severin. Er lebte im 5. Jahrhundert n.Chr. und wirkte als Missionar und Klostergründer in Noricum. In Salzburg ist ihm im Stadtteil Gnigl eine Kirche geweiht, die man von St. Elisabeth aus in gut einer Stunde zu Fuß erreicht. Dabei machten wir es wie die meisten Reisenden in früherer Zeit: wir folgten dem Weg des Wassers – in unserem Fall Salzach und Alterbach – der uns direkt nach St. Severin leitete. Hinter der Kirche befindet sich eine sympathische Kapelle (täglich von 9 – 19 Uhr geöffnet!), die zum Eintreten, Verweilen und Beten einlädt. Dort hörten wir in einem kurzen Impuls Episoden aus dem Leben des Heiligen, wie er lebte und vor allem hier bei uns wirkte. Obwohl wahrscheinlich aus einer vornehmen Familie stammend, hat er seine Macht nie zum eigenen Vorteil genutzt, sondern diese wo es ging eingesetzt, um die Not anderer zu lindern.

In der Pizzeria Rangie (diese Bezeichnung kommt von „Rangierbahnhof“!) machten wir um ca. 12.30 Uhr Rast, um uns für die zweite Tagesetappe zu rüsten. Den Mittagsdämon versuchten einige von uns mit einer schnellen Tasse Kaffee zu verscheuchen…

Die  nun bald folgende erste Bergetappe – der Kapuzinerberg – ließ die Gespräche für eine Weile verstummen. Wir bekamen ohnehin die Aufgabe, über unsere Kraftquellen im Leben nachzudenken. Da kommen einem unweigerlich die kurzen Pausen in den Sinn, bei denen man innehalten und durchatmen kann. Auch der Blick auf den bereits zurückgelegten Weg und auf das angestrebte Ziel belohnt die Mühen des Aufstiegs.

Könnte man doch jetzt vom Kapuzinerberg direkt zum Mönchsberg…aber nein! Ganz hinunter führte der Weg wieder, den wir auch im Laufschritt nahmen (allerdings nicht so leichtfüßig wie die vorbeieilenden Mozart-100-Läufer!), nachdem ziemlich dunkle Wolken die Regenzeit des Tages ankündigten. Wir erreichten gerade noch trocken St. Erhard im Nonntal, wo wir bei der nächsten Andacht miteinander teilten, was uns Kraft zum Handeln und Zuversicht im Leben gibt.

Die letzte Etappe über Nonn- und  Mönchsberg bot noch einmal die Gelegenheit, die Stadt mit ihren Menschen und dem hektischen Treiben von oben zu betrachten.  Bald würde auch uns der Alltag wieder in diese Geschäftigkeit tragen… dennoch: den Pilgern – also auch uns! -  bleibt hoffentlich die Sehnsucht erhalten, sich immer wieder von Neuem „auf den Weg zu machen“, Gott zu suchen, ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Denn „wir wachsen, wohin wir schauen“.

Nach ca. 19 km – davon auf den letzten 2 km mit Nieselregen gesegnet  -  erreichten wir um ca. 16:45 Uhr die Pfarrkirche Mülln, wo Diakon Hans Mayrhofer bereits wartete, um den Wortgottesdienst mit uns zu feiern. Und so schloss sich hier der thematische Spannungsbogen von den Wurzeln unseres Glaubens (St. Elisabeth) über die Kraftquellen am Weg (St. Erhard) hin zu unserer Bestimmung: Reich Gottes und Fülle!

Ein herzliches Dankeschön an den AK für Öffentlichkeitsarbeit sowie an Meinrad Föger, Sepp Almhofer und Hans Mayrhofer, die diesen Tag wunderbar vorbereitet und gestaltet haben!  

Apropos Fülle: natürlich füllten wir anschließend  im Müllner Bräustübl auch die Krügerl! Kein Fußballspiel, das am Abend noch folgte (Anm.: Österreich-Portugal), konnte der Freude über diesen gelungenen Tag etwas nehmen oder hinzufügen!