Unsere Pfarrkirche

Unsere Pfarrkirche ist dem heiligen Martin, Bischof von Tours, geweiht und hatte an dieser Stelle 7 Vorgängerkirchen - ihre Spuren bis zur frühesten Kirche aus dem 8. Jahrundert wurden ergraben.

Die jetzige barocke Hallenkirche wurde 1745 - 1755 erbaut und hat im Wesentlichen noch die barocke Einrichtung erhalten. Tobias Kendler war der Baumeister, Sebastian Eberl der Bildhauer, Benedikt Werkstätter der Maler. Der Unterbau des Turmes mit seinen Eingängen unter und auf der Empore, sowie das Taufbecken stammen aus der gotischen Zeit.

Der Hochaltar mit dem Bild des hl. Martin hat als Figuren die Diözesanpatronen, den hl. Rupert und den hl. Virgil, darüber von Engeln umgeben Gott-Vater.

Zur Rechten der Skapulieraltar: Maria übergibt dem General der Karmeliten, das heilige Skapulier. Der hl. Florian und der hl. Donatus sind die Seitenfiguren.

Zur Linken der Corpus Christialtar mit dem Bild des Letzen Abendmahles, die flankierenden Figuren der hl. Johannes Nepomuk und der hl. Karl Borromäus.

An der Südwand der Georgi-Altar mit den beiden hl. Johannes, an der Nordwand der Anna-Altar mit der hl. Margaretha und der hl. Barbara. Das mächtige Kreuz, das zuvor auf dieser Wand hing, wurde nach dem Umbau, wie in der früheren Zeit, zurück in die Mitte der Kirche gehängt (vermutlich aus der Guggenbichlerschule). Auch die Predigtkanzel und das Orgelgehäuse, das eine 2-manualige Hans-Mauracher-Orgel enthält stammen aus der Kirchenbauzeit.

Im Ganzen ein einladender Ort, um geistlich zu verweilen, zu beten und zu meditieren.

Baugeschichte

Durch die archäologischen Grabungen, die 1979 in der Pfarrkirche durch¬geführt wurden, sind wir über die Baugeschichte des Gotteshauses gut unterrichtet. Sieben mittelalterliche Bauphasen konnten festgestellt werden; die heutige Barockkirche ist also das achte Gotteshaus an dieser Stelle. Den Ursprungsbau aus der Zeit um 700 bildete ein kleiner, nur etwa 8 m langer Raum mit halbkreisförmiger Apsis, der im südwestlichen Bereich des heutigen Langhauses situiert war. Er wurde im 9. und 10. Jahrhundert erweitert und im 11. Jahrhundert in die klassische Form eines romanischen Saalbaus mit quadratischem Chorraum und abschließender Halbkreisapsis (Länge 23,3 m) gebracht.

An diesen Bau wurde nördlich gleichsam ein zweites Schiff mit eigener Apsis angefügt und 1182 geweiht (siehe oben). Im 13. und, wohl durch Brand ausgelöst, im 15. Jahrhundert erfolgten weitere Vergrößerungen: In die Westwand wurde ein mächtiger Turm eingebaut und im Osten ein polygonaler Chor angefügt (Gesamtlänge 43,5 m). Das ganze Gebäude wurde dem Stil der Zeit angepasst und gewölbt.

1481 weihten Erzbischof Bernhard von Rohr und der Chiemseer Bischof Georg von Altorff diese spätgotische Kirche samt ihren Altären. Auf einem Gemälde aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts im Dechantshof und auf einer Bauaufnahme von 1736 ist die Gestalt des spätgotischen Gotteshauses mit dem langen, offensichtlich strebepfeilerlosen Chor und dem südlich an das Langhaus anschließenden Karner überliefert: Der Chor wies vier Jochschritte und einen dreiseitigen Schluss auf. Das Langhaus war in zwei Jochen mit jeweils riesigen Gewölbefeldern gedeckt, die sich - ähnlich wie in Abtenau - lediglich auf zwei nahe an die Außenwände gerückte Pfeiler stützte und sich in nischenförmige Raumteile (mit Strebenfunktion) erweiterten.

1632 lieferte der Salzburger Bildhauer Hans Pernegger d. J. einen neuen Hochaltar, von dem die Kreuzigungsgruppe (heute als Leihgabe im Dommuseum zu Salzburg) erhalten blieb.

1700 erhielt der Turm den achtseitigen barocken Aufsatz (nach dem Vorbild der Salzburger Domkirche und parallel zu vielen Landkirchen im Flachgau) samt einer geschwungenen Haube mit offener Laterne. Dieser Turmhelm wurde 1744/46 durch eine kunstvoll gegliederte Zwiebel er¬setzt. Damit ist gleichzeitig der Beginn des Kirchenneubaus markiert, der ab 1747 vonstatten ging. 

Schon seit 1733 hatte es Eingaben an das Konsistorium hinsichtlich eines Neubaus der Kirche gegeben; auch entsprechende Pläne lagen bereits vor.

Ins Treffen geführt wurde die Beengtheit des Raumes, weiters dass die Gläubigen bei größeren Zusammenkünften "einige Leybschaden" zu befürchten hätten, und dass es "bey solchen getreng nur Raupperei und Posheiten" gäbe. Außerdem wird von Wallfahrten berichtet, die besonders an Marienfeiertagen sowie am Jakobi- und Annatag eine große Zahl von Gläubigen nach Thalgau führten.

Als Initiator des Kirchenbaus kann Pfarrer Franz Kern (1734-1748) angesprochen werden; größte Verdienste erwarben sich zudem sein Nach¬folger Josef Gottfried Griennagel (1748-1775) sowie die Gerichtspfleger Franz Anton von Moll (1718-1751) und dessen Sohn Gottfried Ludwig (1751-1764).

Ab 1747 wurde nun - mit Ausnahme des Turmes - die gesamte Kirche neu errichtet. Die Pläne dazu lieferte der Hofmaurermeister Tobias Kendler, der u. a. noch die Kirchen von Gnigl (1731/1738) und Eugendorf (1736/1737) nach eigenen Plänen erbaut hat. Bis 1749 erfolgte der Neubau in Thalgau. Die Überlieferung, wonach die alte Kirche durch das neue mächtige Langhaus überdacht worden sei, ist wohl dahin gehend zu interpretieren, dass das alte Gebäude noch längere Zeit stehen blieb und benutzt werden konnte, als schon die neuen Außenmauern hochgezogen wurden.Ein Salzburger bzw. Flachgauer Künstlerteam schuf bis 1755 die gediegene einheitliche Einrichtung des neuen Gotteshauses in Formen des frühen Rokoko: Johann Benedikt Werkstätter (1708-1772), fürsterzbischöflicher Kammerportier und Hofmaler, lieferte die meisten Altargemälde. Die Altäre mit den ausgezeichneten Statuen, die Kanzel, die Ornamente zur Orgel und diverse weitere Figuren und Ziergegenstände kamen vom Neumarkter Bildhauer Sebastian Eberl (1711-1770). Die Pläne zum Hochaltar erstellte Johann Ernst von Keutschach (1710-1773), Hofkammerrat und Baudirektor in Salzburg.

Den (vorläufigen) Abschluss der Arbeiten bildete die Weihe der Pfarrkirche.


Baubeschreibung

Charakteristisch für die äußere Erscheinung ist der unverputzte spätgo­tische Turm mit dem barocken achtseitigen Aufsatz samt Putzlisenen und reich profiliertem Gesims; darüber erhebt sich die schlanke Rokokozwie­bel mit drei Einschnürungen und zarten Profilierungen. Das schmucklose, dabei aber feierliche und mächtige Kirchengebäude besteht aus dem großen Langhaus und dem flachbogig schließenden kurzen Chor, der von deutlich niedrigeren, aber immerhin noch zweigeschoßigen Sakristeibau­ten umschlossen wird. Das Gebäude wird nur durch die schlanken rundbo­gigen Fenster, das Kanzeltreppentürmchen im Süden und kleinere neuere Anbauten gegliedert.

An der Nordseite ist die ausdrucksstarke, bewegte Figurengruppe des Gekreuzigten mit der schmerzhaften Muttergottes angebracht, wohl ein Werk von Sebastian Eberl.

Im Inneren gliedert sich das Langhaus in fünf Joche. Das westliche wird ganz von der vorschwingenden doppelgeschoßigen Emporenanlage ein­genommen. Zwischen drittem und viertem Joch von Westen ist eine Zwischenachse für die Kanzel eingefügt. Dadurch erhielt der Ort der Verkündigung des Wortes Gottes eine be­sondere Betonung. Das hölzerne, verputzte Tonnengewölbe mit tiefen Stichkappen fußt in einem fein profilierten Gebälk und flachen Pilastern mit ionischen Kapitellen und einfachen abhängenden Gitterschil­dern.

 

 

An dieser Stelle sei auf die bis heute sichtbaren spätgotischen Elemente in der Kirche hingewiesen: Das Turmerdgeschoß trägt ein einfaches Kreuzgratgewölbe; zwei kräftig profilierte Portale bilden den Zugang zum Turm, wobei jenes auf der Empore spitzbogig ist, jenes im Erdge­schoß jedoch einen phantasievoll abge­wandelten kielbogigen Abschluss hat; davor ist der rotmarmorne zwölfeckige Taufstein aufgestellt.

Die Deckenfresken malte Ludwig Glötzle (1847-1929), der in Salzburg durch die Ausmalung der Seitenkapellen des Domes (1888) bekannt geworden war. Dargestellt sind Szenen aus dem Leben des Kirchenpat­rons, das anband der einzelnen Darstellungen hier kurz aufgerollt werden soll (Reihenfolge der Bilder von der Empore nach vorne):

Martin wurde um 316 in Sabaria (heute Szombatheely bzw. Steinamanger in West­ungarn) geboren und wuchs in Pavia auf. Mit 10 Jahren wird er als Katechumene (Taufbewerber) in die Kirche aufgenommen (erstes Deckenfeld).

Mit 15 Jahren trat er auf Wunsch des Vaters in die römische Armee ein und diente in Gallien. Vor den Toren von Amiens soll sich die bekannte Szene ereignet haben, die Martins Wohltätigkeit sichtbar und ihn zum leuchtenden Vorbild christlicher Nächs­tenliebe macht: Der Heilige teilt seinen Mantel mit einem frierenden Bettler (Hoch­altarbild); in der folgenden Nacht erschien ihm Christus, gekleidet mit der Mantelhälfte des Bettlers ("Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan", Mt 25,40; zweites Deckenbild).


Mit 18 Jahren empfing Martin vom hl. Bischof Hilarius von Poitiers die Taufe und verließ wenig später das Heer. Als Einsiedler auf der Insel Gallinaria bei Genua entsagte er den weltlichen Gesinnungen wie Reichtum, Macht, Ansehen, Ausschwei­fungen und selbst Familienglück, um sich ganz von Christus in Dienst nehmen zu lassen (drittes Deckenbild).

Zurück in Gallien, wurde Martin 371 vom Volk zum Bischof von Tours erwählt, wo er segensreich tätig war; besonders die Gründung einer Klostergemeinschaft vor den Toren seiner Bischofsstadt war ein für das Abendland bahnbrechender Akt.

Dass Martin eine Quelle zum Sprudeln brachte (viertes Deckenbild), dürfte einer wenig bekannten Legende entsprechen, es will seine Wunderkraft hervorheben (vgl. das Quellwunder des Mose, Ex 17,6). Im geistlichen Sinn meint es eher, dass Martin den Menschen seiner Zeit die Quelle des Heils, also den Glauben an Christus, erschlossen hat.

397 starb der Heilige, auf eigenen Wunsch auf einem ganz einfachen Lager und mit dem Gesicht beständig zum Himmel gerichtet, "damit der Geist zum Herrn werde gerich­tet", wie seine Lebensbeschreibung überliefert (Deckenbild über dem Triumphbogen).


Einrichtung

Der Hochaltar (von Keutschach und Eberl, 1751) füllt die gesamte Abschlusswand des Chorraumes und ist, nach Hl. Rupertoben hin zunehmend, reich mit Frührokoko-Ornamenten verziert. Die knienden Engel seit­lich des Tabernakels halten gleich­sam ewige Anbetung bei dem in Gestalt des eucharistischen Brotes anwesenden Herrn Jesus Christus. Der mächtige Altaraufbau (Reta­bel) besteht ganz aus Holz, ist in hellbeigen und rötlichen Tönen mar­moriert und bildet eine raumgrei­fende Kulissenarchitektur. Seitlich, leicht schräg gestellt, stehen über einem flachen Sockelbau mit rund­bogigen Opfergangsportalen balda­chinförrnige Achsen auf drei hohen Säulen mit Kompositkapitellen, darin die beiden überlebensgroßen Statuen der Bistumspatrone Rupert und Virgil; schwebende Putti hal­ten ihre Attribute, das Salzfass und das Kirchenmodell, das für den Salz­burger Dom steht. 

Die konkave Rückwand enthält in der Mitte, von Engeln flankiert, das Altarblatt (von Werkstätter, Abb. Umschlagrückseite), das die er­ wähnte Mantelspende durch den hl. Martin zeigt; Engel halten über ihm Stab und Mitra als Hinweis auf sein späteres Bischofsamt. 


Von vier seitlich ausschwingenden Volutenspangen getragen, erhebt sich darüber der schmale baldachinförmige Auszug. Er enthält zentral die Figur des auf Wolken thronenden Gottvaters sowie der Hl.-Geist-Taube in der himmlischen Herrlichkeit, die durch Strahlenkranz, Engelchen (Putti) und Cherubsköpfchen versinnbildlicht wird.

Die göttlichen Personen von Va­ter und Geist sind - wie bei vielen anderen Barockaltären - durch eine Darstellung von Gottsohn zu ergänzen; im vorliegenden Fall ist wohl der Gekreuzigte am Tri­umphbogenkreuz in die Gesamtkomposition mit einzubeziehen. Auf den leicht konvexen Gebälk­stücken seitlich davon knien zwei Engel, die die göttliche Dreifal­tigkeit anbeten; Blütenvasen sind Sinnbild dafür, dass Gott aller Schmuck und alle Ehre gebührt.

Die zwei Altäre in den zum Chor überleitenden Mulden stammen wieder von Sebastian Eberl, die Gemälde von Benedikt Werkstätter (1753/54). Sie zeigenden selben leicht konkaven Aufbau: sarkophagförmige Mensa, Taber­nakel mit breit ausgreifenden seit­lichen Volutenfeldern, hohe, dop­pelgeschoßige Predellenzone, Al­tarbild, flankierenden Figuren, Pilastern bzw. Volutenlisenen, darüber geschwungenes Gesims, glockenförmiger Auszug mit Oberbild und zwei auf den ausschwingenden Voluten sitzenden Engeln. 


Aufgrund der Bestimmung des linken Altares für die Corporis-Christi­-Bruderschaft (= Fronleichnamsbruderschaft) ist im Altarblatt die Einset­zung der Eucharistie beim Letzten Abendmahl dargestellt. Auch die flankierenden Figuren beziehen sich auf dieses zentrale Geheimnis des christlichen Glaubens: St. Karl Borromäus (links) hat sich als Kardinal und Erzbischof von Mailand nicht gescheut, den Pestkranken selbst den Leib Christi als Wegzehrung zu bringen. St. Johannes Nepomuk (rechts) ist der Patron für eine gute Beichte und erinnert somit daran, dass der Gläubige nur mit reinem Herzen die Kommunion empfange. Das Oberbild zeigt die hl. Katharina, weil die Fronleichnamsbruderschaft um 1618 aus einer von Pfarrer Haberl (1581-1604) ins Leben gerufenen Katharinenbruderschaft hervorgegangen ist. 


Der rechte Seitenaltar zu Ehren der Gottesmutter bezieht sich auf die 1739 gegründete Skapulierbruderschaft. Daher zeigt das Gemälde auch die Vision des Karmeliterheiligen Simon Stock vom 16. Juli 1245, wo ihm die Gottesmutter das Skapulier übergab mit der Zusicherung, dass jeder, der damit bekleidet sterbe, das ewige Heil erlangen werde. Daher wird es von Gläubigen, besonders den Mitgliedern von Skapulierbruderschaften, als Zeichen des himmlischen Schutzes getragen. 


Für den Beistand von oben stehen zudem die seitlichen Heiligenfiguren: Donatus (links) ist Schutzpatron gegen Unwetter, Florian (rechts), Märty­rer im Ennsfluss (304), wird als Fürsprecher bei Feuer- und Wassergefah­ren angerufen. Im Oberbild sind Antonius von Padua und Franz von Assisi, beliebte Schutzheilige in verschiedenen Lebenslagen, dargestellt.

Die beiden Altäre an den Seitenwänden des Langhauses gehen auf die Jahre 1691/1692 bzw. 1712 zurück; damals schufen der Bildhauer Simon Friess, der Kunsttischler Christoph Stern und der (Fass)Maler Adam Pirckmann (alle in Salzburg) je zwei neue Seitenaltäre. Das flache Haupt­geschoß mit den zwei gewundenen Säulen samt Gebälk ist davon noch erhalten. Mensaverkleidung, Säulenpodeste, Figuren und glockenförmi­ger Auszug sind Ergänzungen Eberls von 1753/54, die Oberbilder und wohl auch das rechte Hauptbild malte BENEDIKT WERKSTÄTTER. 

 

 

Der linke Altar weist einen vorwiegend weiblichen Schwerpunkt auf und kreist um die Themenbereiche Familie, Mutterschaft, Jungfräulichkeit. Das Altarblatt stellt als Vorbild eines vom Glauben geprägten Familienle­bens die UntGeorgsaltarerweisung Mariens im Lesen der Hl. Schrift durch ihre Mutter Anna im Beisein des Vaters Joachim dar, das Oberbild den Bräutigam Mariens, den hl. Josef. Die Statuen repräsentieren die hl. Barbara und Margareta, frühchristliche Jungfrauen und Märtyrerinnen, die zusammen mit Katharina v. Alexandrien (s. Cor­poris-Christi-Altar) als Nothelferinnen und als "Virgines Capitales" (volks­tümlich "die hl. Madeln") verehrt wer­den. Das Predellenbild ist eine Kopie des Gnadenbildes "Maria vom Guten Rate" von Genazzano bei Rom in schö­nem Rokokorahmen. 

Der Georgsaltar gegenüber zeigt im zentralen Gemälde den reitenden Dra­chentöter, im Oberbild den hl. Leon­hard. Beide werden von der bäuerli­chen Bevölkerung hoch verehrt, heißt doch "Georg" übersetzt schlichtweg "Bauer"; und der Heilige wird vorwie­gend als Pferdepatron angerufen. Le­onhard gilt allgemein als Patron der Haustiere. Das Predellenbild gibt das Schweißtuch der Veronika wieder, das im Petersdom zu Rom aufbewahrt wird.

Die Statuen der beiden Johannes, also des Täufers (links) und des Evan­gelisten (rechts) erinnern an zwei große Verkündiger des Wortes Gottes. Das Bildprogramm des Altares will somit sagen: Bei al­ler Sorge um die irdische Exis­tenz (Haus und Vieh!) sollen sich die Christen zu allererst am Wort Gottes orientieren und entsprchend in der Welt wirken oder mit einem neueren geistlichen Lied formuliert: "Gehet nicht auf in den Sorgen dieser Welt, suchet zuerst Gottes Reich" (vgl. Mt 6,33). 


Gleich daneben ist die Kanzel von SEBASTIAN EBERL angebracht. Der bauchige Korb, die breite Rückwand und der von vier Vo­lutenspangen baldachinförmig überhöhte Schalldeckel sind mit zarten Rokokoornamenten übersäumt. Die Sitzfiguren am Korb stel­len die vier Evangelisten mit ihren Symbolen dar (Adler - Johannes; Stier - Lukas; Löwe - Markus; Engel - Matthäus). In einer Kartusche ist das Motto angegeben: "Wer aus Gott ist, (er)hört Gottes Wort" (Joh 8,47). Wer sich an Gottes Wort hält und danach handelt, an dem werden die drei göttlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe) offenbar, die am Schall­deckel als Frauengestalten personifiziert sind.


Das gegenüber angebrachte Gemälde Mariens mit dem Jesuskind unter der Anrufung als "Zuflucht der Sünder" ließ Pfarrer Georg Siegfried von Gabelkoven zur Erinnerung an eine offenbar groß angelegte Volksmission 1730 noch für die gotische Kirche anfertigen. Wahrscheinlich wurde auch das qualitätvolle große barocke Triumphbogenkreuz, das dem Salzburger Bildhauer Simon Frieß nahe steht, aus dem Vorgängerbau übernom­men.

Zur Ausstattung aus der Frührokoko­zeit (S. EBERL) gehören noch: die zwei Beichtstühle mit reichen Ro­caille-Aufsätzen, welche kleine Ge­mälde der büßenden Maria Magda­lena und des reuigen Petrus um­schließen, die Wangen der Kirchen­bänke mit gemalten Ranken sowie das prächtige Orgelgehäuse mit Rokoko-schleierbrettern, musizierenden Engeln und der be­krönenden Sitzfigur des Königs David; dieser gilt als Autor der Psal­men und ist daher das große Vorbild aller Kirchenmusiker. Die Uhr hatte sicher zunächst eine praktische Funktion, mahnt die Gläubigen aber gleichzeitig, sich der Endlichkeit ir­dischen Daseins zu besinnen und das diesseitige Leben als Zeit der Gnade zu nützen.

Die Kreuzwegstationen, spätbarocke Gemälde aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, wurden 2003 restauriert und wieder im Kirchenraum angebracht.

Von den Grabsteinen sind jene unter der Empore für den Pfleger Paul Kirchpüchler (†1503; spätgotisch) mit Wappenschild sowie für den Gast­wirt Hans Kahlhammer (1588/1614; Renaissance) hervorzuheben.